ein wortspiel mit quantum trost

hm telepolis schreibt von der amerikanisierung des aktuellen james bond. wer so etwas schreibt versteht den „american way of life“ wohl vor allem als subjektives gefühl abseits dessen politischer dimension, schließlich gehört im film die cia zu den bösen, anspielungen zur vom angeblich vom ölhunger getriebenen us-außenpolitk gibts ebenso wie ein bissiger verweis auf die dollarschwäche (beinah der einzige witz im film: der südamerikanische diktator möchte mit harten eurobanknoten bestochen werden).
abgesehen von solchen details bricht der zweite daniel-craig-bond mit vielen früheren gewissheiten der serie: keine gadgets, keine belohnungen für harte tötungsarbeit, kein bösewicht der größenwahnsinnig ist. stattdessen ein von rachegefühlen geleiteter bond, eine intuitiv handelnde m, ein von fehlinformationen geleiteter mi6. naja mir ist das eher zu viel politisch aufgeladene realness.


2 Antworten auf “ein wortspiel mit quantum trost”


  1. 1 ♥Tekknoatze 12. November 2008 um 23:00 Uhr

    Wenn du den Artikel gelesen hättest wüsstest du, dass mit der Amerikanisierung nicht die Entwicklung der Gegner (auf die auch eingegangen wird) oder die grundlegende Handlung gemeint ist, sondern die Entwicklung des Charakters Bond, Daniel Craigs Interpretation. Bond ist nicht mehr der nonchalante britische Gentleman etc. Oder wie es im Artikel so schön heißt:
    Er steht ständig unter Stress, er hat keine Zeit mehr, weder für Martini noch für Maßanzüge, und man traut ihm auch nicht zu, dass er einen Jahrgangschampagner erkennen könnte. Lachen darf Bond, einst Charme und Ironie pur, die Verkörperung eines Männerideals, der eben nicht mehr verkrampft im Schützengraben des Ersten Weltkriegs vorstellbar ist, sondern allenfalls als gelangweilter Kolonialoffizier in Burma, gar nicht mehr. Stattdessen muss er schwitzen und bluten, körperbetont Muskeln zeigen.
    Ob dann die Gegner, das Böse oder wie man es nennen möchte amerikanisch ist oder nicht ist eine andere Baustelle.

    ♥Tekknoatze

  2. 2 spam 13. November 2008 um 13:08 Uhr

    ja genau das wollte ich doch mit der zugegeben etwas holprigen formulierung ausdrücken, dass der autor den „american way of life“ vor allem als subjektives gefühl versteht.
    und da es ja wohl mehr als fraglich ist, was an einem gehetzten daniel craig denn nun eigentlich amerikanisch ist, hab ich mich auch bewusst eher auf die politischen anspielungen des films konzentriert. ist es schon ziemlich merkwürdig wenn der rachsüchtige bond einerseits nach dem artikel für die usa nach 9/11 steht, andererseits gegen die cia kämpft, die im film für die südamerikapolitik der us steht. aber vermutlich wär das für den telepolisautor nicht mal ein widerspruch.

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