be deutschland!

Die Welt suchte wohl eher die zu Stein gewordene Fußball-WM, bzw. die verzweifelte Flucht vor bescheuerten Metaphern („gibt es ein friedlicheres Lebewesen unter der Sonne als einen Baum?“) in bescheuerte Parolen:

Besser sind einige Entwürfe, die mit den deutschen Nationalfarben spielen, etwa als Fahnenmeer oder als schwarz-rot-goldenes Dach, und dreidimensionale Adaptionen von Parolen der Friedlichen Revolution, vor allem „Wir sind das Volk“.

Peter Mühlbauer zeigt bei Telepolis Sympathie für die subversiven Entwürfe:

So ließ sich beispielsweise die riesige Banane des Künstlers Hanns Malte Meyer sehr leicht als Kommentar auf übertriebene und teure Denkmalssucht lesen – vor allem auch, weil der gegenüber geplante Rokokoschloss-Neubau von vielen Berlinern bereits als Mahnmahl größenwahnsinniger Geldverschwendung gesehen wird.

Der Wettbewerb zum „Freiheits- und Einheitsdenkmal“ ist natürlich zur Farce geworden. Eigentlich eine erfreuliche Nachricht, wenn nicht zu vermuten wäre, dass die eingegangenen Entwürfe dem Preisgericht nicht staatstragend genug waren. Gesucht wird nämlich (so lese ich das aus den am besten bewerteten Entwürfen heraus) „ein Ort an dem man gerne geht“, der trotz abstrakter Formensprache dem Volk noch genügend Indentifikationsmöglichkeiten bietet und der zudem noch ein Fotomotiv abgibt, das die Berliner Republik nicht international blamiert. be deutschland!
Mein Favorit, zwei riesige Scheißhaufen, soviel Identität muss sein.